Freitag, 27. November 2009

Für Karla. Und andere.


Seit Wochen ziemlich dick in meinem Kalender angestrichen: Der Journalistentag in Recklinghausen, der am morgigen Samstag, 28. November stattfindet. Hoffen wir mal, dass ich das Weckerklingeln in aller Herrgottsfrühe nicht einfach überschlafe (heute Abend ist nämlich Weihnachtsfeier in der Redaktion) und es rechzeitig zum Bahnhof schaffe.

Denn dann erwartet mich ein äußerst interessantes Programm: so wird es ein "Streitgespräch" zum Thema Internet geben, verschiedene Foren zu Online, Kultur, PR und Wirtschaft sowie Tipps zur Existenzgründung für Journalisten (was mir bevorsteht) mit allerlei bekannten Namen aus den entsprechenden Bereichen.

Wer sich das Programm näher anschauen oder gar ebenfalls nach Recklinghausen kommen möchte (man muss nicht Mitglied des DJV sein, der Eintritt ist auch so kostenlos), findet alles hier. Beginn ist um 11 Uhr.

Es lebe das Fragment.


© Boris Nikitin

Beim Theaterfestival Impulse kommen die besten deutschsprachigen Inszenierungen des Off-Theaters der vergangenen zwei Jahre auf die Bühne (in Bochum, Düsseldorf, Köln und Mülheim) - aber was nur soll ich aus dem Projekt "Woyzeck" machen, welches gestern Abend in der Alten Feuerwache aufgeführt wurde?

Ich gebe zu: Hätte ich das Programmheft im Vorfeld etwas genauer studiert, wäre ich nicht enttäuscht gewesen. Denn hier wurde mitnichten das - mich immer wieder faszinierende - Fragment aus der Feder Georg Büchners aufgeführt, sondern ein irrwitziges Kuddelmuddel aus Kunstnebel, schrillen Tönen und Auszügen aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch.

Wer da nicht textsicher war - aber das Publikum, zu 90 Prozent besetzt mit tuschelnden Abiturienten war es - hatte verloren. Einen roten Faden gab es nicht, aber gibt es das im Primärtext überhaupt? Darsteller Malte Scholz jedenfalls laberte und laberte wie ein Wasserfall, kam von Hölzchen auf Stöckchen und versuchte anhand wirrer Quassel-Fetzen die Diskussion um die "geistige Zurechnungsfähigkeit" wieder aufzurollen, die durch Büchners Fragment ja im eigentlichen Sinne erst begonnen wurde.

Gute Idee - doch auf viele Effekte hätte man gut und gerne verzichten können. Oder braucht es kreischendes Radiorauschen in fiesen Frequenzen, auf das Publikum gerichtete Nebelmaschinen und gleißendes Licht, um die Verwirrtheit und den Wahn des Woyzeck darzustellen? Vielleicht ja - zieht man in Betracht das der Schauspieler selber die vereinzelten Textpassagen so enthusiastisch vorlas, als halte er eine Packungsbeilage für Hustensaft in der Hand.

Tja. Meine Meinung ist wirr - jetzt hab ich die wundervolle Aufgabe, daraus eine lesbare Kritik zu basteln. Vielleicht schreibe ich ja nur ein Fragment, um die Form dieses Abends zu wahren?

Bonjour á la photocabine!



Großen Spaß hatte ich gestern Abend noch, als ich gut gelaunt - wenn auch etwas verwirrt - von der "Woyzeck"-Inszenierung im Rahmen des Theaterfestivals Impulse nachhause kam: auf der Seite der guten Fee entdeckte ich La Photocabine, auf der man den Besuch in einem alten Fotoautomaten nachspielen kann. Noch heute betrachte ich gerne die zahlreichen Papierstreifen, die meine mehr oder weniger wilde Jugend dokumentieren, in der wir uns zu ca. 37 Personen in die kleine Kabine quetschten...

Auch wenn heutzutage die meisten schnell zur praktischen Digitalkamera greifen, muss man die Freuden am Fotoautomaten nicht mehr missen, seit in Köln (und Berlin) mehrere von diesen alten Ost-Automaten verteilt wurden, die herrlich überbelichtete und befleckte schwarz-weiß Streifen für läppische 2 Euro produzieren. Und was geht schon über das Warten darauf, dass der Automat endlich mit dem Föhnen des Streifens beginnt?!

Donnerstag, 26. November 2009

Es weihnachtet sehr.



Damit hier nicht auf ewig mein gestriger Jammer-Post an erster Stelle steht, versorge ich euch nun mit einem weiteren Veranstaltungstipp für das kommende Wochenende: Das kleine und äußerst feine "Museum für verwandte Kunst" im Belgischen Viertel (Gentstraße) eröffnet am Sonntag die neue Ausstellung zum Thema Weihnachten.

Dort stellen vereinzelte Künstler Kunst im "Klein- und Kleinstformat" aus, die perfekt unter den Weihnachtsbaum oder auf den Gabentisch passen. Und weil wir uns nunmal in der Vorweihnachtszeit befinden und am Sonntag darüber hinaus der erste Advent ist, gibt es im kuscheligen Hinterhof auch noch einen kleinen Weihnachtsmarkt. Rund geht es von 14 bis 18:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 25. November 2009

Hallo, Motivation?! Wo bist du hin?



Ich gebe ja zu, am Anfang gefiel mir der Gedanke, tagtäglich in gemütlicher Kleidung mit einem Kaffee am Schreibtisch zu sitzen und mich durch etliche Bücher zu wühlen. Mittlerweile dominiert nur noch die Frage: Wann ist das alles endlich vorbei?! Ich hab weder Motivation, Elan noch Kraft mehr, meine Aufmerksamkeit halte ich maximal für 3 Sekunden und seit Sonntag hoppelt mein Herz mit unkonrolliertem erhöhten Blutdruck durch die Gegend. Und die Zeit vergeht natürlich auch nicht, denn es sind immernoch beschissene zweieinhalb Wochen bis zur Klausur (sofern ich daran überhaupt teilnehmen darf, lieber Herr Professor) und zwei lange Monate bis der Spuk vorbei ist. Oh mann.

PS: Dafür freue ich mich immer wieder, dass die Klicks auf meiner Seite kontinuierlich steigen und ich immer mehr regelmässige Leser begrüßen darf!