Mittwoch, 21. Oktober 2009

Wie kunstvoll.



"Kunst ist eine in Form gebrachte Forderung nach Unmöglichem" - ob der Satz, den Existenzialist Albert Camus so formschön von sich gegeben hat, heute noch stimmt? Gesellschaftskritik, politische Anspielungen und sarkastische Untertöne finden sich meiner Meinung nach gar nicht mehr so häufig in den Kunstwerken des aufstrebenden Nachwuchses wieder. Bei vielen zählt das Prinzip: Nackt zieht immer.

Ich bin deshalb besonders gespannt auf die Art.fair 21, die am kommenden Mittwoch, den 28. Oktober bis zum 1. November in Köln, genauer gesagt in den Hallen der EXPO XXI, gastiert. Rund 60 Galerien aus Deutschland und der Welt mieten sich hier eine kuschelige Koje und präsentieren ihre Neuentdeckungen aus der Kunstlandschaft ab Geburtsjahr 1960 (Die Bezeichung "Junge Nachwuchskünstler" passt demnach nicht mehr ganz). Folglich ist das Angebot bunt, erfrischend, provozierend, oftmals neuartig, häufig aber in den gewohnten Bahnen.

Und natürlich kann sich das Drumherum (das "bunte Rahmenprogramm") ebenfalls sehen lassen: Sechs Stunden Tanzmarathon bei der TA.PE 21, Jazz und DJs bei der Vernissage-Party am Mittwoch, der 2. Cologne Catwalk am Donnerstag, 29. Oktober und das gute alte Team Rhythmusgymnastik am Samstag, 31. Oktober.

Also los: Eine Tageskarte kostet 12,50 Euro bzw. 9 Euro für Studenten und Schüler. Wer auf der Vernissage rumhüpfen möchte zahlt 20 Euro bzw. 15 Euro ermäßigt. Wir sehen uns dort!

Kommentare:

Philippe Laurent hat gesagt…

Wenn ein Kunstwerk durch die Forderung nach Popularität verzerrt oder kommerzialisiert wird, so ist es für mich gar keine Kunst mehr.

Mir fällt auf, dass unsere Gesellschaft verwahrlost. Es gibt in dieser absolut liberalisierten Form des Zusammenlebens niemanden, der eine Richtung vorgibt, der Verantwortung übernimmt. Und aus diesem Grund laufen abends um 20.15 Uhr Supertalent und Dschungelcamp, schaffen es künstlerische Independentproduktionen niemals in die großen Kinos und schmücken die Bestsellerlisten ausschließlich leichte Unterhaltungskost. Ein Zustand, der nicht wünschenswert ist, doch wie kann die Politik vorgehen? Feuchgebiete und Bohlen verbieten? Oder einfach nur in Bildung und Kultur investierten und ein Umschwung folgt automatisch? ... Eine große Frage, die ich mir momentan stelle.

Fräulein Julia hat gesagt…

"Eine große Frage, die ich mir momentan stelle."

... Und die ich zu 100% unterschreiben kann.

Aber manche Künstler - wenn man sie in diesem Fall noch so nennen kann - achten eben eher darauf, dass sie ihre Miete zahlen können.