Sonntag, 24. August 2008

Schräger Tonsalat und viele bunte Farben mit den Chicks on Speed

Sonntage sind eine tolle Erfindung. Zumindest in Deutschland. Während ich in meiner Zeit in England auch an dem letzten Tag der Woche nie zur Ruhe kam (weil die Geschäfte allesamt geöffnet hatten und niemand einen Sonntag von einem handelsüblichen Wochentag unterscheiden konnte), weht hier im kleinen, beschaulichen Bonn die Stille durch meine Wohnung. Wenn man mal von der wundervollen Musik des Duos "She & Him" absieht, deren Musik mich in melancholische Stimmung versetzt.

Aber derartiges muss heute sein, gilt es doch, sich von einer anstrengenden Nacht auf der artrmx-Vernissage-Party im Güterbahnhof Ehrenfeld bzw. in der Werkstatt zu erholen. In interessant rauher Industriebauten-Atmosphäre hatte sich das Kunst- und Kulturinteressierte Völkchen zusammengefunden, um bei stylischen Drinks und verzerrter elektronischer Gitarrenmusik die Eröffnung des neuen Kunstfestivals in der Domstadt zu feiern. Dank einer 3 1/2-stündigen Monster-Presseführung durch Teile der Ausstellung (die gesamte Bandbreite erfordert wesentlich mehr Zeit, da über die gesamte Stadt verteilt) waren mir einige der Künstler bereits bekannt, so dass Wohlfühlatmosphäre garantiert war. Noch mehr Ruhe wurde mir zuteil dank einer zehnminütigen Pause unter einer seltsamen Lichtbrille, bei der man zu ambient-mood-sounds (wie ich Angliszismen hasse!) von zuckenden Lichtpunkten bestrahlt wurde. Vor dem schummrig beleuchteten Container sammelten sich die Menschen in einer Mini-Schlange zur "Erleuchtung". Als zu hinduistischen Gesängen auf einmal der Monsunregen einsetzte (auf den Kopfhörern, versteht sich), fühlte ich mich direkt zurückversetzt nach Indien. Nicht dass ich dort auch nur einmal Regen gehabt hätte - aber hey, die Stimmung passte dennoch.

Weniger angenehm, da irgendwie zu laut, zu unzusammenhängend und für meine Verhältnisse zu verrückt waren dann die Klänge der "Chicks on Speed", die sich auf der Aftershow-Party in der Werkstatt an den Turntables zu schaffen machten. Ihr Name ist offensichtlich Programm, denn wie auf Drogen hüpften die beiden Ladies in bunt gemusterten 80er-Jahre-Leggins über die Bühne, wilde Zuckungen inklusive. Wer sowas mag...

1 Kommentar:

Simon hat gesagt…

ich fand die chicks sehr unterhaltsam!
eine derart wilde und kranke performance hab ich noch nicht erlebt. schönes kontrastprogramm zu dieser lsd-brille.