Dienstag, 24. April 2012

//Berlin Biennale//

Es gibt mittlerweile so viele Biennalen für zeitgenössische Kunst, dass ich mich manchmal frage: Wozu eigentlich das Ganze? Welche Relevanz haben diese Veranstaltungen noch? Was unterscheidet sie von behutsam kuratierten Museumsausstellungen oder Kunst-Festivals?

Im Falle der Berlin Biennale, die in dieser Woche startet, kann man bereits eines sagen: Sie hat bereits lange vor ihrer Eröffnung ein breites - und empörtes - Medienecho provoziert.

Es begann damit, dass man uns Anfang des Jahres eine Pressemitteilung in den Posteingang spülte, in der von der Aktion "Deutschland schafft es ab" des tschechischen Künstlers Martin Zet die Rede war. Was Herr Zet wollte? Er wollte, dass man ihm sein Exemplar von "Deutschland schafft sich ab" zur Verfügung stellt, der Sammlung hanebüchener Sarrazin'scher Thesen - für eine "Recycling-Aktion", wie er es benannte. Das Geschrei war folglich groß, sowas geht doch nicht, das klingt viel zu sehr nach Bücherverbrennung anno '39, und überhaupt, wo liegt da der Nutzen?

Am Mittwoch werde ich mir die Biennale im Rahmen der Pressevorbesichtigung zu Gemüte führen und bin gespannt, ob Kurator Artur Żmijewski (der in allen Interviews furchtbar anstrengend klingt) sein Wort gehalten hat und ausschließlich politisch motivierte Kunst nach Berlin geholt hat.

Die Berlin Biennale läuft vom 27.April bis zum 1.Juli und ist Dienstag bis Sonntag von 12 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Kommentare:

roman liberty hat gesagt…

Ich mag das Logo, (komm aber nicht drauf an was es mich erinnert.)

Fräulein Julia hat gesagt…

Es ist die Zahl 7 (weil 7.Biennale) zur Rune verfremdet - und wird somit schnell mit nationalsozialistischer Ästhetik assoziiert (und das ist gewollt)