Sonntag, 15. Februar 2009

Sonntagsidylle



Das war ein wundervolles Konzert gestern. Ausnahmsweise waren wir nicht die einzigen unserer Alterklasse, die an diesem Abend ihren Weg zum Special "Be my Valentine" in die Oper Köln gefunden hatten. Ich brauche keinen großen Kitsch an diesem Tag, auch keine roten Rosen (orange und weiße Gerbera sind nämlich viel schöner, gell?) oder schwülstige Liebesworte. Lieber lehne ich mich in schwindelerregender Höhe (ich buche nie wieder II.Parkett!) zurück in den 50er-Jahre Polstersessel und genieße großartige Arien aus "Carmen", "Romeo et Juliette" oder "La Traviata". Und was hatten die Damen und Herren Opernsänger für Stimmen!

Nun gönne ich mir Semesterferien, bzw. steige ganz entspannt in den Berufsalltag voller Pressekonferenzen und Themenbesprechungen ein. Die Hausarbeit ist fertig und muss nur noch eingetütet werden, weshalb ich den ruhigen Sonntag dafür nutzen konnte, mir die Ausstellung von Timm Rautert "Wenn wir dich nicht sehen, siehst du uns auch nicht" im Rheinischen Landesmuseum Bonn anzuschauen. Meine Ankündigung dieser Ausstellung war ja - dank der Pressemitteilung - eher etwas schwammig. Aber nun kann ich euch sagen: Prädikat höchst sehenswert! Es gibt wundervolle schwarz-weiß Fotografien zu entdecken, die bekannten Aufnahmen von Andy Warhol und eindrucksvolle Portraits von den streng religiösen und fortschrittfeindlichen Gruppen der Amish und der Hutterer.

Jetzt genieße ich den ausklingenden Abend mit der Lektüren von Thomas Manns "Tod in Venedig" sowie lieblicher Musik von Serge Gainsbourg und einem -selbstverständlich selbstgemachtem - Glas Apfelmus. Und versuche, die Schnittwunde an meinem Finger davon zu überzeugen, dass Bluten sein zu lassen. Beim Apfelschälen hatte das Messer ein bisschen über die Frucht hinaus geschält, was ich aber erst bemerkte, als es - übrigens in einem wundervoll dunklem Rot - bereits tropfte. Was treibt ihr an diesem gemütlichen Tag?


(Das Buch, welches so dekorativ neben den Äpfeln auf meinem Küchentisch liegt, habe ich übrigens soeben aus der Buchbox auf der Allee um die Ecke gefischt. Es ist aus den 1940ern und enthält wundervolle Märchen und Sagen aus Deutschland...)

1 Kommentar:

Maike Hemmers hat gesagt…

Ich verbringe einen gemütlichen abend mit dem ersten Fersehr meinens Lebens. Ich weiß noch gar nicht, ob ich den überhaupt haben will. Und irgendwie empfange ich fast keine Programme. Deutsche natürlich sowieso kaum ... aber gerade bin ich vollkommen fasziniert ;)
PS. Ich finde alte Sagen und Märchen ganz ganz toll! Habe selbst mehrere Bücher.